Jazz Newsletter

Wir versenden wöchentlich den aktuellen Jazzecho Newsletter. Um keine Neuigkeit zu verpassen, können Sie sich gern hier mit Ihrer eMail-Adresse registrieren. Der Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden.

Mit dem Klick auf „OK“ bestätigen Sie, dass Sie Newsletter von uns erhalten möchten. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen. Infos zum Umgang mit persönlichen Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

Labels

Im Bereich Labels finden Sie Informationen zu den wichtigsten und bekannstesten Jazzlabels der Welt:

Artikel

14.01.2021
JazzEcho-Plattenteller

Blue Note Classic Vinyl Series - zwei ehemalige Jazz Messengers mit eigener Botschaft

Diesmal erscheinen in der Vinyl-Reihe mit Klassikern aus dem Blue-Note-Katalog die Alben “Song For My Father” von Pianist Horace Silver und “Speak No Evil” von Saxofonist Wayne Shorter.

JazzEcho-Plattenteller, Blue Note Classic Vinyl Series - zwei ehemalige Jazz Messengers mit eigener Botschaft Blue Note Classic Vinyl Series - Horace Silver "Song For My Father" / Wayne Shorter "Speak No Evil"

Mit seiner “Blue Note Classic Vinyl Series“ knüpft Blue Note an die gefeierte “Blue Note 80 Vinyl Reissue Series” an, mit der das von Don Was geleitete Traditionslabel 2019 sein 80-jähriges Jubiläum beging. Wie in der Vorläufer-Serie werden sämtliche Aufnahmen von Kevin Gray (Cohearent Audio) von den analogen Originalbändern neu gemastert, bei Optimal in Deutschland auf hochwertiges 180-Gramm-Vinyl gepresst und in Standardverpackungen angeboten.

Horace Silver - Song For My Father

Ein gutes Jahrzehnt nach dem Start seiner Solokarriere bei Blue Note spielte der Pianist Horace Silver das Album ein, das noch heute als das Kronjuwel seines vor Hard-Bop-Klassikern nur so überquellenden Aufnahmekatalogs gilt. Eingespielt wurde “Song For My Father” mit zwei komplett verschiedenen Quintetten bei Sessions, die fast auf den Tag genau ein Jahr auseinander lagen. Bei der ersten am 31. Oktober 1963 präsentierte sich Silver noch mit einem eingespielten Team, das sich aus Trompeter Blue Mitchell, Tenorsaxofonist Junior Cook, Bassist Gene Taylor und Drummer Roy Brooks zusammensetzte, um dann am 26. Oktober 1964 mit Trompeter Carmell Jones, Tenorsaxofonist Joe Henderson, Bassist Teddy Smith und Schlagzeuger Roger Humphries in Rudy Van Gelders Studio zurückzukehren. Die Anregung zu dem Bossa-Nova-artigen Titelstück hatten ihm eine kurz zuvor absolvierte Brasilienreise und das kulturelle Erbe seines von den Kapverden stammenden Vater geliefert, dem er die Nummer auch widmete. Das Stück selbst inspirierte später so unterschiedliche Künstler und Bands wie Steely Dan, Stevie Wonder, Earth Wind & Fire und Paul Wellers Style Council so sehr, dass sie einzelne Passagen für eigene Hits übernahmen.

Wayne Shorter - Speak No Evil

1964 war zweifellos eines der ereignisreichsten und wichtigsten Jahre in Wayne Shorters musikalischer Karriere. In der ersten Jahreshälfte nahm er für Blue Note und Riverside seine letzten drei Alben mit Art Blakeys Jazz Messengers auf, bei denen er vier Jahre lang sein Profil als Saxofonist, Komponist und musikalischer Leiter geschärft hatte. Im April spielte Shorter außerdem sein vielversprechendes Blue-Note-Debüt “Night Dreamer” ein, dem im August schon die Aufnahmen für das beeindruckende Zweitwerk “JuJu” folgten. Im selben Sommer stieß der Saxofonist zum Miles Davis Quintet und komplettierte eine Besetzung, die zu einer der wegweisenden Bands der Jazzgeschichte werden sollte.

Ausklingen ließ er das im positiven Sinne turbulente Jahr schließlich am Weihnachtsvorabend, als er mit einer atemberaubenden All-Star-Besetzung (Freddie Hubbard, Herbie Hancock, Ron Carter und Elvin Jones) in das Studio von Rudy Van Gelder ging, um mit “Speak No Evil” ein wahres Meisterwerk einzuspielen. Das Album etablierte Wayne Shorter endgültig als eine der neuen treibenden Kräfte des modernen Jazz. Und den Kritikern, die zuvor teilweise noch geunkt hatten, dass er “lediglich ein weiterer Coltrane-Schüler” sei, gab er mit diesem markanten Album, das sechs höchst originelle Eigenkompositionen zwischen Hard Bop und modalem Jazz bot, die passende Antwort.