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Various Artists, Echoes Of Ellington 2 – hr-Bigband / Teil 1

17.01.2021 19:05 RADIO HR 2 Kultur
Echoes Of Ellington 2 – hr-Bigband / Teil 1



Termin

In den Medien am : 19:05 HR 2 Kultur, Echoes Of Ellington 2 – hr-Bigband / Teil 1

Various Artists, Echoes Of Ellington 2 – hr-Bigband / Teil 1

 Arrangements von Miho Hazama & John Beasley, cond. by Jim McNeely

Geplant war dieses Groß-Unternehmen mal als Live-Übertragung aus dem hr-Sendesaal im März 2020: Mindestens fünf verschiedene Sichtweisen auf das Werk von Duke Ellington: ein Wiederhall, der den Großmeister des Jazz ehrt, spiegelt und transformiert ins Hier und Jetzt. Dann kam die Pandemie, das Ganze wurde verschoben in den September. Hier konnte es stattfinden, wenn auch nur mit reduziertem Publikum und nicht als Live-Übertragung.

 Duke Ellington ist der wichtigste Vertreter des orchestralen Jazz im 20. Jahrhundert. Mit seiner eingängigen Klangsprache war der Afro-Amerikaner Ellington überaus erfolgreich, ohne sich dabei in seinen wesentlichen Kunst-Veräußerungen stilistisch zu verbiegen oder einem ästhetischen Mainstream zu huldigen. Der Duke war im Grunde „ein Avantgardist, dem man es nicht anmerkte“, wie Wolfram Knauer es in seinem Buch über Ellington gewitzt formuliert. Ellingtons Kompositionen und Arrangements waren nie “Werke“ im europäischen Sinne, sie befanden sich stets im Zustand des Erfindens, waren eher „Werkstadien“, die sich ständig weiterentwickelten – was ein bisschen dabei hilft, wenn wie hier fünf Erben seiner orchestralen Errungenschaften ihre Sichtweise auf dessen Klanggebäude zeitgenössisch neu formulieren.

Am ersten Abend der zweiteiligen “Echoes Of Ellington“ waren die Perspektiven von Aki Takase, Alexander von Schlippenbach und Jim McNeely zu erleben, am zweiten Abend in Part 2 die von Miho Hazama und John Beasley. Alle Arrangements dieser fünf renommierten Tonsetzer wurden von der hr-Bigband unter der Leitung von Jim McNeely realisiert. Die Partituren von John Beasley, der schon Thelonious Monk mit der hr-Bigband inszeniert hat, und von der Japanerin Miho Hazama, derzeit eine der weltweit interessantesten Tonsetzerinnen für orchestralen Jazz, mussten auch pandemie-bedingt unter den einfühlsamen Händen von Jim McNeely umgesetzt werden, eine persönliche Anwesenheit war nicht möglich bei diesen aus dem März verschobenen und im Umfang reduzierten „Ellington-Festspielen“.